Allgemeine Informationen rund um die künstliche Brut
Bei Brutgeräten mit einer robusten Bauweise ist es egal, ob die Brutmaschine in der
Garage oder im Wohnhaus steht. Wichtig ist, das der Ort trocken ist und gut gelüftet wird.
Steht die Maschine in einem geheizten Raum, verbraucht sie logischer Weise weniger Strom als
wenn sie an einem kalten Standort steht. Empfehlenswert ist ein Raum mit einer
Zimmertemperatur von 10- 15° C.
Als erstes sollten Sie immer die Bedienungsanleitung durchlesen. Die meisten Brutgeräte sind
komplett betriebsbereit und sobald Sie den Netzstecker in die Steckdose gesteckt haben kann es
auch schon losgehen. Nach dem Einschalten der Brutmaschine dauert es einige Zeit, bevor das
Thermometer einen Temperaturwert anzeigt. Lassen Sie die Maschine möglichst einen Tag
leer laufen, um sie richtig aufzuwärmen und damit Sie sehen können ob die Temperatur
konstant bleibt.
Hygiene und Sauberkeit sind auch bei der Maschinenbrut das Wichtigste. Ist die Maschine länger
nicht richtig sauber gemacht worden oder nicht desinfiziert worden, so bilden sich durch die
feucht warme Luft schnell Krankheitskeime, welche in der Regel äußerst gefährlich für die
Küken sind.
Reinigen Sie also die Maschine wenn möglich nach jeder Brut gründlich.
Besonders nach dem Schlupf ist eine gründliche Reinigung mit anschließender Desinfektion
unerlässlich.
Reinigen Sie zuerst den Boden der Maschine mit einem feuchten Lappen und einem herkömmlichen
Haushaltsreiniger. Bei Motorschrankbütern nehmen Sie auch den Deckel ab und reinigen auch
im Bereich der Heizung usw. alle Bauteile der Maschine mit einem feuchten Lappen. Vergessen
Sie nicht, den Netzstecker vor dem Öffnen des Deckels zu ziehen!!!!
Nach der
Reinigung sollte das Gerät noch desinfiziert werden, um mögliche Keime zu vernichten. Dies
machen Sie am Besten mit bekannten Desinfektionsmitteln wie z.B. Euphogol.
Nach einer Desinfektion sollte die Maschine gut durchgelüftet werden. Die Bruthorden und die
Schlupfhorden lassen sich gut mit einer Bürste kräftig abscheuern. Am Ende der Brutsaison
sollte die Maschine noch einmal besonders gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Lassen
Sie die Maschine anschließend einige Tage offen stehen, damit sie richtig austrocknen kann.
Während der Ruhezeit sollte darauf geachtet werden, das die Luftrosetten immer geöffnet sind.
Dies ist wichtig, um einen muffigen Geruch zu vermeiden. 
Wichtig ist, dass vor dem Einlegen der Eier in die Brutmaschine die Bruttemperatur konstant
bei 37,8°C liegt.
Die Luftfeuchtigkeit sollte in den ersten Tagen nicht über 65%
liegen.
Nachdem die Maschine richtig eingestellt wurde und schon einige Stunden konstant gelaufen ist,
können Sie Ihre Bruteier einlegen. Verwenden Sie niemals Eier, die beschädigt sind,
stark beschmutzt sind oder die Älter als 10 Tage sind. Achten Sie stets darauf, das die Eier
nicht zu warm gelagert werden und täglich gewendet wurden. Verwenden Sie als Lagerort für Ihre
Bruteier stets einen Raum, der nicht wärmer als 15° C ist. Verwenden Sie auch nur die
Bruteier, die das richtige Gewicht aufweisen. Zu kleine Eier geben auch zu kleine Küken,
welche oft schwach sind oder meistens nicht dem Standard entsprechen. Legen Sie nun die Eier
auf die dafür vorgesehene Brutrollenhorde. Um ein Durchfallen der Eier zu vermeiden, verwenden
Sie bitte immer nur die dafür vorgesehenen Brutrollenhorden. Die Brutrollenhorden sind
erhältlich in folgenden Größen :
- Wachteln
- Zwerghühner und Fasanen
- Hühner und Enten
- Gänse und Punten
Die Eier werden flach ( Horinzontallage ) auf die Rundstäbe der Bruthorden gelegt. Vermeiden
Sie es, Eier übereinander zu legen, da dies zu kaputten Eiern während des Wenden führen kann.

Achten Sie stets darauf, das Ihr Brutraum mit genügend Frischluft versorgt wird. Frischluft
ist ein sehr wichtiger Faktor bei einer erfolgreichen Brut. Fehlt es an Frischluft, sterben
die Keime durch Sauerstoffmangel ab. Die Regulierung der Frischluftzufuhr erfolgt auch über
die Luftrosetten am Brutgerät. Frischluft und Luftfeuchtigkeit liegen daher eng beieinander!

Der richtige Luftfeuchtigkeitswert ist während der ganzen Brutphase entscheidend für den
Bruterfolg. Brütet man zu trocken, entwickeln sich die Keime nicht richtig und beim Schlupf
bleiben die Küken in den Eiern stecken. Brütet man zu feucht, "ertrinken" die Küken in den
Eiern. Daher muss der Züchter hier Fingerspitzengefühl zeigen. Das Einstellen der richtigen
Luftfeuchtigkeit ist je nach Brutgeräte-Modell unterschiedlich. Die richtigen Werte liegen in
der Regel zwischen 50% - 65% während der Vorbrut und 75% - 80% während des Schlupfes. Zum
Einstellen der richtigen Luftfeuchtigkeit gehen Sie wie folgt vor:
Füllen Sie Wasser in die Wasserbecken. Nach einiger Zeit zeigt das Hygrometer in der Tür der
Maschine eine Luftfeuchtigkeitswert an. Um diesen Wert zu verändern, gibt es folgende
Möglichkeiten. Stellt man die Wasserbecken unter die beiden Luftschächte links und rechts
(wenn vorhanden) und dreht die Luftrosette fast ganz zu, erhöht man die Luftfeuchtigkeit.
Öffnet man die Luftrosette und lässt die Wasserbecken in der Mitte der Maschine stehen, bleibt
die Luftfeuchtigkeit im Durchschnittsbereich. Beim Schlupf erreicht man eine höhere
Luftfeuchtigkeit, indem man z.B. warmes Wasser in die Becken füllt oder indem man ein
zusätzliches Becken in die Maschine stellt. Entscheidend ist nicht die Wassermenge, sondern
die Größe der zu verdampfenden Wasseroberfläche.
Bei der Temperatur gibt es eigentlich keine Kompromisse. Hier sollte der Wert in der Regel
zwischen 37,6° C und 37,8° C liegen. Beim Schlupf sollte man die Temperatur um ca. 0,2°C
senken, da die Eigenwärme im Ei in den letzten drei Tagen steigt. Überprüfen Sie die
Temperatur mindestens alle 2 Tage. Abweichungen vom Normwert können böse bestraft werden.
Achten Sie beim Kauf eines Thermometers immer auf Qualität. Normale Thermometer mit
Außenfühler (z.B. fürs Auto) eignen sich in der Regel überhaupt nicht, da sie nicht geprüft
sind und bis zu 1°C abweichen.
Bei einigen Geflügelarten ist es erforderlich, die Eier während der Brut abzukühlen. Dies ist
bei Wasser - und Wasserziergeflügel zwingend erforderlich, bei allen anderen Geflügelarten
kann man die Eier abkühlen. Hierbei geht man wie folgt vor: Ab dem dritten Bruttag nimmt man
die Eier einmal am Tag für ungefähr 15 - 20 Minuten aus der Brutmaschine und befeuchtet diese
dann mit einer Sprühflasche, um den Abkühlungseffekt zu verstärken. Hier nimmt man am besten
lauwarmes Wasser. Während dieser Zeit läuft die Maschine normal weiter. Das Abkühlen sollte
man bis ca. 3 Tage vor dem Schlupf durchführen.
Bei Standardbrutgeräten gibt es zwei Arten von Wendevorrichtungen. Einmal die
"halbautomatische" Wendung und natürlich die "vollautomatische" Wendung. Bei der
halbautomatischen Wendung schiebt man einfach die Horde nach hinten oder man zieht sie nach
vorne. Dieses sollte man mindestens drei mal pro Tag durchführen. Bei der vollautomatischen
Wendung zieht und schiebt ein Motor, der mit einer Gewindestange mit den Horden verbunden ist,
diese im zwei Stunden Takt vor und zurück. Die Wendung lässt sich über einen
separaten Schalter Ein und Aus schalten. Wichtig hierbei ist auch, das man das Wenden drei
Tage vor dem Schlupf einstellt, da die Eier dann ruhig liegen sollten, um den Schlupf der
Küken zu vereinfachen.
Das Schieren der Bruteier ist nach ca. 7 Tagen möglich. Bei hellen Eiern kann man auch schon
nach 5 Tagen schieren, bei dunklen Eiern kann es sein, dass man erst nach 9 Tagen etwas
erkennen kann.
Zum Schieren sollten Sie eine handelsübliche Schierlampe nehmen. Ist ein Ei befruchtet, sieht
man in der Mitte des Eis einen Keim, von dem kleine Äderchen ausgehen. Ein unbefruchtetes Ei
ist meist klar oder hat nur ein paar einzelne Äderchen. Schieren Sie auf alle Fälle Ihre
Bruteier, um wieder Platz in Ihrer Maschine zu bekommen und um z.B. faule Eier rechtzeitig aus
der Maschine zu nehmen. Oft ist es sinnvoll, eine Woche vor dem Schlupf noch einmal die Eier
zu schieren, um sicher zu gehen, das keine Keime im Ei abgestorben sind.
Drei Tage vor dem Schlupf legen Sie die Bruteier von der Rollenhorde auf eine Schlupfhorde.
Erhöhen Sie nun langsam die Luftfeuchtigkeit und unterlassen Sie ein unnötiges Öffnen des
Brutschrankes. Senken Sie nun auch die Bruttemperatur auf 37,6°C, da die Eigenwärme der Eier
zunimmt. Sind die ersten Küken geschlüpft, müssen Sie warten, bis diese richtig trocken
sind.
Das Hygrometer muss vor der Brut auf Genauigkeit überprüft werden. Dazu legen Sie das
Hygrometer 30 Minuten in einen feuchten Lappen. Anschliessend muss das Hygrometer eine
Luftfeuchtigkeit von 95 % anzeigen. Ist dies nicht der Fall, so stellen Sie das Hygrometer mit
Hilfe eines kleinen Schraubendrehers durch die Öffnung auf der Rückseite auf den Wert von 95%
Feuchtigkeit ein. Hiermit ist das Hygrometer eingestellt.
