Wenn die Elterntiere nicht brüten, dann gibt es neben der Ammenzucht nur noch die
Möglichkeit mit Hilfe der Kunstbrut das Schlimmste zu verhindern.
Deshalb ist es
immer günstig, wenn man zur Sicherheit ein kleines Brutgerät zur Verfügung hat.
Selbstverständlich benötigt man für die Kunstbrut von Papageieneiern eine
Brutmaschine, auf die man sich in allen Belangen verlassen kann.
Wir empfehlen
Motorbrüter mit einem kleinen Fassungsvermögen, weil in diesen Geräten die
Steuerung aller Einflußfaktoren (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lüftung) am
einfachsten ist.
Unter unserer Rubrik Brutablaufpläne können Sie die
einzustellenden Parameter finden. Auf eine gute Belüftung ist vorallem während der
Schlupfphase zu achten. Die Lüftungsklappen sollten immer ein wenig geöffnet sein.
Das Wenden der Eier ist sehr
wichtig und deshalb sollte man wenn möglich eine Brutmaschine mit automatischer
Wendevorrichtung verwenden. Auf ein Abkühlen der Eier kann verzichtet
werden.
Nachdem die Küken geschlüpft sind sollten diese solange in der
Brutmaschine bleiben, bis sie ganz trocken sind, erst dann können sie in eine Aufzuchtbox
verlegt werden. Die Aufzuchtbox sollte eine Temperatur etwas niedriger wie die Brutmaschine
haben (also ca. 35°C.) Die Temperatur in der Aufzuchtbox kann dann nach und nach langsam
gesenkt werden und sobald die Jungvögel voll befiedert sind ist eine Temperatur von 25°C.
ausreichend.
Wenn die Küken geschlüpft sind ernähren diese
sich zunächst noch von ihren Dottervorräten, so daß ca. 12 Stunden nach dem
Schlupf mit der künstlichen Aufzucht begonnen werden kann.
Eine künstliche Aufzucht von Papageien ist fütterungstechnisch nicht sehr schwer,
aber wegen der langen Entwicklungszeit besonders bei größeren Arten sehr
arbeitsintensiv, weil die Jungvögel über mehrere Monate mehrmals täglich
gefüttert werden müssen.
Die Fütterung der meisten Jungvögel kann mit einer Einwegspritze erfolgen. Mittels
einer aufgesetzten Gummisonde, diese kann man sich aus einem Ventilgummi leicht selbst
herstellen, wird der Futterbrei direkt in den Kropf gerspritzt.
Nach ca. 20 - 30 Tagen wird die Fütterungsmethode dann auf einen Löffel umgestellt
und nach ca. 50 - 60 Tagen beginnen die Jungen meist damit, Futterbrei aus einer flachen
Schale aufzunehmen.
Bei unseren Fachbeiträgen gibt es zur Zeit folgende
Erfahrungsberichte zu diesem Thema: