Die Bezeichnung
Flächenbrüter stammt wahrscheinlich daher, dass bei einem solchen
Brüter die Eier in einer Ebene nebeneinander liegen. Dies ist wohl der
simpelste Aufbau eines Flächenbrüters. Beispiele hierfür findet
man im Angebot verschieder Hersteller reichlich. Am bekanntesten sind die
Brüter der Firma Hova und der Firma Bruja.
Bild1: Hova Flächenbrüter

Bild 2: Flächenbrüter der Firma Bruja

Diese beiden Modelle sind aus Thermoplastik hergestellt. Es
gibt aber auch Typen verschiedenster Hersteller aus Holz und Kunststoff.
Die meisten Flächenbrüter zeichnen sich dadurch aus, dass Sie keine
Umluft besitzen.(Eine Ausnahme bildet hier der Hova Motorbrüter). Durch
eine Heizschlaufe unter dem Deckel wird die Luft im Brüter erwärmt.
Da keine Ventilation stattfindet ist es nicht ratsam in einem Flächenbrüter
Eier verschiedener Größen auszubrüten. Dies würde zu
unterschiedlichen Temperaturen auf der Eioberschale führen. Hat man jedoch
nur eine Sorte Eier, z.B. Hühnereier, so kann man diese Brüter durchaus
einsetzen.
Die Temperaturregelung erfolgt je nach Typ durch ein Äthermembran Thermostat
oder durch eine Elektronikregelung.
1.
Flächenbrüter mit Elektronikthermostat:
Die Temperaturregelung erfolgt hier über eine Elektronik, die auf dem
Gerät befestigt ist. In der Maschine sitzt ein Fühler, welcher die
Ist-Temperatur misst. Die Solltemperatur lässt sich in den meisten Fällen
durch einen Drehknopf oder einen Schraubendreherschlitz verändern.
2.
Flächenbrüter mit Äthermembranthermostat
Die Regelung erfolgt über eine Äthermembran, die im Innenraum sitzt.
Eine Einstellung erfolgt ebenfalls über einen Drehregler. Leider muss
man sagen, dass diese Regelung nicht so genau ist, wie eine Elektronik, aber
schliesslich ist diese Technik auch billiger.
3.
Wendung:
Einer der wichtigsten Punkte bei der künstlichen Brut.
Die Wendung der Eier bei einem Flächenbrüter kann sowohl von Hand
als auch mit einer vollautomatischen Wendung erfolgen. Für die meisten
neuen Geräte gibt es einen passenden Wendeeinsatz. Die Firma Bruja bietet
eine Rollenwendung an, und die Firma Hova sogar eine kleine Kippwendung. Aber
hier sollte man sich schon genau überlegen, was man will, DENN eine
Flächenbrüter
mit vollautomatischer Wendung ist schnell teuer und somit kann man schon fast
einen Motorbrüter kaufen, zumindest einen Gebrauchten.
4.
Feuchtigkeit:
Auch hier unterscheidet sich die Technik kaum. Im Boden der jeweiligen Geräte
findet man Wasserrinnen, in die man je nach gewünschter Luftfeuchtigkeit
die bestimmte Menge Wasser einfüllt. Die Hersteller bieten in der Regel
Richtwerte in ihren Bedienungsanleitungen an. Somit kann man auch ohne Hygrometer
relativ gut brüten.
5. Lüftung:
Sicherlich auch ein sehr wichtiger Punkt in der Kunstbrut. Und dieser ist
auch gleichzeitig beim Flächenbrüter sehr eingeschränkt. Um
überhaupt Schlupferfolge zu haben, muss man jeden Tag die Lüftung
von Hand vornehmen. Dies geht nur dadurch, dass man den Deckel abnimmt und
reichlich Sauerstoff an die Eier lässt. Dies kann man am sinnvollsten
mit der Auffüllung der Wasserrinnen erledigen, denn die muss man ja auch
täglich kontrollieren und nachfüllen. Besser ist es jedoch zweimal
am Tag den Deckel kurz zu lüften, um reichlich Sauerstoff zu garantieren..
6. Fazit:
Ein Flächenbrüter ist eine alternative zum Motorbrüter,
zumindest preislich. Man bekommt Modelle schon ab ca. 70 Euro. Allerdings
ist die Temperaturgenauigkeit und auch die Belüftung in keinem Falle
mit der Qualität eines Motorbrüters vergleichbar. Auch in der Flexibilität
ist man natürlich sehr eingeschränkt, denn entweder man brütet
gerade Zwerghuhneier oder normale Hühnereier. Beides gleichzeitig kann
man vergessen. Also: Für den anspruchsvolleren Züchterfeund bleibt
nur der Gang zum Motorbrüter.