Motorbrüter
Nun stellen wir uns mal ganz dumm... Wat is' nen Motorbrüter???
Also, ein Motorbrüter soll erst einmal
eins können: Eier möglichst von alleine ausbrüten. Dann stellt
sich nur die Frage: Wie macht er das?
Grundsätzlich haben Motorbrüter eins gemeinsam, es gibt, wenn man
es mal so bezeichnen will, einen Heizraum (hier befindet sich die Technik)
und einen Brutraum (hier liegen die Eier). Das wichtigste bei einem Schrankbrüter
ist der Ventilator.
Bevor wir uns auf die unterschiedlichen Typen von Schranbrütern stürzen,
sollte vielleicht erst einmal geklärt werden, warum man einen Ventilator
benötigt.
Um in einer Maschine, die vielleicht 300-800 Eier fasst eine gleichmässige
Temperatur zu erreichen, nutzen viele Brüter ein Umluftprinzip. Dies
bedeutet, dass über einen Ventilator erhitzte Luft in die Maschine gebracht
wird. Im besten Falle besitzt ein Brüter auch noch seitliche Luftschächte,
damit die Luft auch wirklich zirkuliert. Ohne Luftschächte wird die Warme
Luft einfach auf die Eier "geblasen". Funktioniert zwar auch, aber
eben nicht so gut!

1.1
Standardbrüter
Die Temperaturregelung bei den Motorbrütern oder auch Schrankbrütern
genannt, funktioniert in den meisten Fällen mit einer Elektronik. Diese
Elektronik kann man auf einen beliebigen Sollwert mittels eines Drehreglers
oder Ähnlichen einstellen. Wenn man das Gerät eingeschaltet hat, stellt
man erst einmal einen beliebigen Wert ein. Man wartet nun, bis die eingestellte
Temperatur erreicht ist. Dies erkennt man in der Regel daran, dass entweder
das Thermometer nicht mehr steigt, oder eine Meldeleuchte zu blinken beginnt.
Nun schaut man auf die Temperatur, die von dem eingelegten Thermometer angezeigt
wird. Ist der Wert zu hoch, dreht man die Temperatur einfach etwas runter. Ist
der Wert zu niedrig, dreht man die Temperatur etwas hoch. Man sollte aber unbedingt
etwas warten, denn jede Maschine benötigt eine gewisse Zeit bis sie sich
eingependelt hat. In der Regel sind die Drehregler mit einer Markierung versehen.
Hat man die gewünschte Temperatur eingestellt, so empfiehlt es sich einen
kleinen Strich an der Markierung zu machen. Denn schliessllich kann man schnell
mal aus versehen den Regler verstellen und dann wäre es mühsam den
gewünschten Wert wieder zu suchen. ODER NICHT ??? Man sollte sich aber
nicht völlig auf den Strich verlassen, da auch eine Elektronik nicht unfehlbar
ist und sich der eingestellte Wert auch mal verändern kann. Also, Kontrolle
ist besser !!!
1.2 Computergesteuerte
Motorschrankbrüter
Nun kommen wir zu den "Luxusbrütern". Die Temperaturregelung
bei computergesteuerten Brütern erfolgt ähnlich wie bei den Standardgeräten.
Auch hier übernimmt eine Elektronik den Vergleich zwischen eingestellter
Temperatur und Ist-Temperatur. Aber die Computersteuerung ist komfortabler.
Die mühsame Suche des passenden Bruttemperaturwertes entfällt hier.
Man kann bequem über die Tastatur einen Wert vorgeben, welcher dann über
die Steuerung angepeilt wird. Auch ein Überschwingen der Temperatur ist
nicht möglich, da der eingestellte Sollwert langsam erreicht wird. Es gibt
sogar bei einigen Steuerungen die Möglichkeit einen Abkühltimer zu
programmieren. Dies ist sicherlich für die Wassergeflügelzüchter
ein entscheidener Vorteil. So entfällt nämlich das tägliche Abkühlen
von Hand.
Eine alternative zur Computersteuerung sind Motorbrüter mit einer
Digitalanzeige inklusive Leistungsteil. Das bedeutet, dass man
die Temperatur bequem per Tastatur eingeben kann. Bei dieser Steuerung ist zwar
kein Abkühltimer vorhanden, dieser lässt sich aber sehr einfach durch
eine Zeitschaltuhr realisieren (Infos hierzu demnächst im Technik-Bereich).
Hier hat man eine echte Alternative zur Standard Elektronik.
2.1 Standardbrüter
Bei der Vielzahl der Brüter die es auf dem Markt gibt, findet man die
unterschiedlichsten
Feuchtigkeitsregulierungen. Entscheidend aber ist, alle bewirken dasselbe. Normalerweise
sind bei Brütern mit eingebauten Ventilator im unteren Bereich Wasserbecken
zu finden. Je nach gewünschter Feuchtigkeit füllt man dann ein oder
zwei Wasserbecken. Man kann dann im Normalfall durch eine Lüftungsklappe am
Gerät noch eine Feineinstellung der Luftfeuchtigkeit vornehmen. Es gibt
aber noch einen kleinen Trick: Wenn man die Luftfeuchtigkeit nicht hoch genug
bekommt, schiebt man die Wasserbecken sehr weit unter die Lüftungschächte
nach aussen. Somit wird der Luftzug erhöht und man erhält eine höhere
Feuchte im Gerät. Leider funktioniert dies nur bei Geräten mit Umluft.
2.2 Computergesteuerte
Mootorbrüter
Auch hier gibt es natürlich wieder Unterschiede in Aufbau und funktionsweise.
Grundsätzlich beruhen aber fast alle Maschinen auf dem gleichen Prinzip.
In der Maschine wird Wasser verdunstet und somit wird die feucht-warme Luft
in den Innenraum gebracht. Im Regelfall geschieht dies nach einem sehr simplen
Prinzip. Im Innenraum befinden sich Wasserbehälter, die entweder von Hand
oder durch einen Vorratsbehälter mit Wasser versorgt werden. In diesen
Wasserbecken sitzt ein einfacher Heizstab, wie in einem Bügeleisen, einer
Kaffeemaschine oder in der Waschmaschine. Dieser Heizstab wird über eine
Steuerung geregelt. Somit kann man auch hier in den meisten Fällen einen
genauen Luftfeuchtigkeitswert vorprogrammieren, welcher dann durch die Steuerung
realisiert wird. ABER: Da hier mit einer Heizung gearbeitet wird, die sich im
Wasser befindet, sollte man destilliertes Wasser oder Regenwasser verwenden,
um eine Verkalkung zu vermeiden.
Mit dieser Technik lassen sich bequem Luftfeuchtigkeiten bis zu 90% relative
Feuchte erreichen. Ich habe zwar schon von Züchtern gehört, die angeblich
bei 97% und mehr brüten, aber dies kann fast nur unter Wasser der Fall
sein, da ein normaler Brüter bei 95% Feuchte "schwimmt".
Bei der Wendung gibt es auch bei Brutmaschinen wesentliche Unterschiede
3.1 Halbautomatische Rollenwendung
Bei dieser Technik liegen die Eier auf sogenannten Rollenhorden. Um die Eier
zu wenden, schiebt man diese Rollenhorden im Takt von z.B. 4 Stunden in der
Maschine einmal bis zur Rückwand, und beim nächsten Mal zieht man die
Horde wieder nach vorne bis zur Tür. Dies ist zur herkömmlichen Wendung,
wo man noch jedes Ei einzeln wenden musste schon eine enorme Erleichterung.
3.2 Vollautomatische
Rollenwendung
Die am Weitesten verbreitete Wendetechnik ist gleichsam auch eine sehr simple.
Die Eier liegen hier ebenfalls auf den Rollenhorden. Allerdings wird die Bewegung
der Eier durch einen Motor ausgeführt, welcher mit einem Gestänge
mit den Horden verbunden ist. Somit entfällt das Wenden per Hand vollständig.
Man muss jedoch beachten, dass man für unterschiedliche Eiergrössen
auch unterschiedliche Rollenhorden gibt. Also beim Kauf sofort überlegen,
welche Eier man ausbrüten möchte und die passenden Wendehorden gleich
mitbestellen.
Zum Lüften findet man bei den meisten Modellen entweder Lüftungsrosetten auf der Maschine oder an den Seiten. Man sollte diese nie ganz zudrehen, da die Küken sonst im Ei ersticken. Es empfiehlt sich eigentlich die Rosetten immer zumindest zur Hälfte geöffnet zu haben.
Grundsätzlich kann man sagen, dass für den anspruchsvolleren Züchter ein Motorbrüter zu empfehlen ist. Natürlich sind diese auch für grössere Eiermengen zu erhalten. Zwar ist dies nicht immer eine Vorteil, da man ja oft gar nicht so viele befruchtete Eier hat, aber so ist man zumindest flexibel. Ausserdem ist die Bedienung und Handhabung eines Motorbrüters wesentlich bequemer und einfacher als bei einem Flächenbrüter. Dies bezieht sich allerdings nur auf die neueren Modelle der Hersteller. Von Geräten, die über 15 oder 20 Jahre alt sind kann man das natürlich nicht generell sagen. Obwohl diese auch meistens noch tadellos funktionieren. Somit sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Die Haltbarkeit eines schrankbrüters kann bei der entsprechenden Pflege locker bei 20 Jahren liegen. Wenn das kein Agrument ist weiss ich es auch nicht.
![]() | MotorbrüterDas Bild zeigt einen Standardmotorbüter derFirma J. Hemel-Brutgeräte. Dieses Gerät ist mit einer digitalen Temperaturanzeige und mit vollautomatischer Wendung ausgestattet. |
![]() | Computergesteuerter MotorbrüterBei diesem Gerät wird die Temperatur, Wendedauer, Abkühldauer, Abkühlrhytmus und die Feuchtigkeitsregulierung von einem Prozessor geregelt und digital mit roten Leuchtziffern angezeigt.Die Bilder wurden uns freundlicherweise von der Firma J. Hemel-Brutgeräte zur Verfügung gestellt. |