Die bekannteste Art Kunstbrut zu betreiben

 

Motorbrüter

 

 

Nun stellen wir uns mal ganz dumm... Wat is' nen Motorbrüter???

 

Also, ein Motorbrüter soll erst einmal eins können: Eier möglichst von alleine ausbrüten. Dann stellt sich nur die Frage: Wie macht er das?
Grundsätzlich haben Motorbrüter eins gemeinsam, es gibt, wenn man es mal so bezeichnen will, einen Heizraum (hier befindet sich die Technik) und einen Brutraum (hier liegen die Eier). Das wichtigste bei einem Schrankbrüter ist der Ventilator.
Bevor wir uns auf die unterschiedlichen Typen von Schranbrütern stürzen, sollte vielleicht erst einmal geklärt werden, warum man einen Ventilator benötigt.
Um in einer Maschine, die vielleicht 300-800 Eier fasst eine gleichmässige Temperatur zu erreichen, nutzen viele Brüter ein Umluftprinzip. Dies bedeutet, dass über einen Ventilator erhitzte Luft in die Maschine gebracht wird. Im besten Falle besitzt ein Brüter auch noch seitliche Luftschächte, damit die Luft auch wirklich zirkuliert. Ohne Luftschächte wird die Warme Luft einfach auf die Eier "geblasen". Funktioniert zwar auch, aber eben nicht so gut!


Skizze

1. Temperaturregelung
1.1 Standard
1.2 Computergesteuert


2. Feuchtigkeitsregulierung
2.1 Standard
2.2 Computergesteuert


3. Wendung
3.1 Halbautomatische Rollenwendung
3.2 Vollautomatische Rollenwendung
3.3 Vollautomatische Kippwendung

4. Lüftung
5. Fazit
6. Bilder

 

1. Temeperaturregelung

1.1 Standardbrüter
Die Temperaturregelung bei den Motorbrütern oder auch Schrankbrütern genannt, funktioniert in den meisten Fällen mit einer Elektronik. Diese Elektronik kann man auf einen beliebigen Sollwert mittels eines Drehreglers oder Ähnlichen einstellen. Wenn man das Gerät eingeschaltet hat, stellt man erst einmal einen beliebigen Wert ein. Man wartet nun, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist. Dies erkennt man in der Regel daran, dass entweder das Thermometer nicht mehr steigt, oder eine Meldeleuchte zu blinken beginnt. Nun schaut man auf die Temperatur, die von dem eingelegten Thermometer angezeigt wird. Ist der Wert zu hoch, dreht man die Temperatur einfach etwas runter. Ist der Wert zu niedrig, dreht man die Temperatur etwas hoch. Man sollte aber unbedingt etwas warten, denn jede Maschine benötigt eine gewisse Zeit bis sie sich eingependelt hat. In der Regel sind die Drehregler mit einer Markierung versehen. Hat man die gewünschte Temperatur eingestellt, so empfiehlt es sich einen kleinen Strich an der Markierung zu machen. Denn schliessllich kann man schnell mal aus versehen den Regler verstellen und dann wäre es mühsam den gewünschten Wert wieder zu suchen. ODER NICHT ??? Man sollte sich aber nicht völlig auf den Strich verlassen, da auch eine Elektronik nicht unfehlbar ist und sich der eingestellte Wert auch mal verändern kann. Also, Kontrolle ist besser !!!

1.2 Computergesteuerte Motorschrankbrüter
Nun kommen wir zu den "Luxusbrütern". Die Temperaturregelung bei computergesteuerten Brütern erfolgt ähnlich wie bei den Standardgeräten. Auch hier übernimmt eine Elektronik den Vergleich zwischen eingestellter Temperatur und Ist-Temperatur. Aber die Computersteuerung ist komfortabler. Die mühsame Suche des passenden Bruttemperaturwertes entfällt hier. Man kann bequem über die Tastatur einen Wert vorgeben, welcher dann über die Steuerung angepeilt wird. Auch ein Überschwingen der Temperatur ist nicht möglich, da der eingestellte Sollwert langsam erreicht wird. Es gibt sogar bei einigen Steuerungen die Möglichkeit einen Abkühltimer zu programmieren. Dies ist sicherlich für die Wassergeflügelzüchter ein entscheidener Vorteil. So entfällt nämlich das tägliche Abkühlen von Hand.
Eine alternative zur Computersteuerung sind Motorbrüter mit einer Digitalanzeige inklusive Leistungsteil. Das bedeutet, dass man die Temperatur bequem per Tastatur eingeben kann. Bei dieser Steuerung ist zwar kein Abkühltimer vorhanden, dieser lässt sich aber sehr einfach durch eine Zeitschaltuhr realisieren (Infos hierzu demnächst im Technik-Bereich). Hier hat man eine echte Alternative zur Standard Elektronik.


2. Feuchtigkeitsregulierung


2.1 Standardbrüter
Bei der Vielzahl der Brüter die es auf dem Markt gibt, findet man die unterschiedlichsten Feuchtigkeitsregulierungen. Entscheidend aber ist, alle bewirken dasselbe. Normalerweise sind bei Brütern mit eingebauten Ventilator im unteren Bereich Wasserbecken zu finden. Je nach gewünschter Feuchtigkeit füllt man dann ein oder zwei Wasserbecken. Man kann dann im Normalfall durch eine Lüftungsklappe am Gerät noch eine Feineinstellung der Luftfeuchtigkeit vornehmen. Es gibt aber noch einen kleinen Trick: Wenn man die Luftfeuchtigkeit nicht hoch genug bekommt, schiebt man die Wasserbecken sehr weit unter die Lüftungschächte nach aussen. Somit wird der Luftzug erhöht und man erhält eine höhere Feuchte im Gerät. Leider funktioniert dies nur bei Geräten mit Umluft.


2.2 Computergesteuerte Mootorbrüter
Auch hier gibt es natürlich wieder Unterschiede in Aufbau und funktionsweise. Grundsätzlich beruhen aber fast alle Maschinen auf dem gleichen Prinzip. In der Maschine wird Wasser verdunstet und somit wird die feucht-warme Luft in den Innenraum gebracht. Im Regelfall geschieht dies nach einem sehr simplen Prinzip. Im Innenraum befinden sich Wasserbehälter, die entweder von Hand oder durch einen Vorratsbehälter mit Wasser versorgt werden. In diesen Wasserbecken sitzt ein einfacher Heizstab, wie in einem Bügeleisen, einer Kaffeemaschine oder in der Waschmaschine. Dieser Heizstab wird über eine Steuerung geregelt. Somit kann man auch hier in den meisten Fällen einen genauen Luftfeuchtigkeitswert vorprogrammieren, welcher dann durch die Steuerung realisiert wird. ABER: Da hier mit einer Heizung gearbeitet wird, die sich im Wasser befindet, sollte man destilliertes Wasser oder Regenwasser verwenden, um eine Verkalkung zu vermeiden.
Mit dieser Technik lassen sich bequem Luftfeuchtigkeiten bis zu 90% relative Feuchte erreichen. Ich habe zwar schon von Züchtern gehört, die angeblich bei 97% und mehr brüten, aber dies kann fast nur unter Wasser der Fall sein, da ein normaler Brüter bei 95% Feuchte "schwimmt".

 

3. Wendung

Bei der Wendung gibt es auch bei Brutmaschinen wesentliche Unterschiede

3.1 Halbautomatische Rollenwendung

Bei dieser Technik liegen die Eier auf sogenannten Rollenhorden. Um die Eier zu wenden, schiebt man diese Rollenhorden im Takt von z.B. 4 Stunden in der Maschine einmal bis zur Rückwand, und beim nächsten Mal zieht man die Horde wieder nach vorne bis zur Tür. Dies ist zur herkömmlichen Wendung, wo man noch jedes Ei einzeln wenden musste schon eine enorme Erleichterung.

3.2 Vollautomatische Rollenwendung

Die am Weitesten verbreitete Wendetechnik ist gleichsam auch eine sehr simple. Die Eier liegen hier ebenfalls auf den Rollenhorden. Allerdings wird die Bewegung der Eier durch einen Motor ausgeführt, welcher mit einem Gestänge mit den Horden verbunden ist. Somit entfällt das Wenden per Hand vollständig. Man muss jedoch beachten, dass man für unterschiedliche Eiergrössen auch unterschiedliche Rollenhorden gibt. Also beim Kauf sofort überlegen, welche Eier man ausbrüten möchte und die passenden Wendehorden gleich mitbestellen.

3.3 Vollautomatische Kippwendung

Die Kippwendung bewegt die Eier ebenfalls, aber anders. Die Eier werden nicht wie bei der Rollenwendung im Liegen gewendet, sondern sie werden Aufrecht mit der Spitze nach unten gestellt. Nun sitzt in der Brutmaschine eine Wendetechnik, die die Eier im Winkel von mindestens 40 Grad "schwenkt". Man kann sich natürlich fragen worin nun der Vorteil einer Kippwendung liegt, denn schließlich ist diese Technik in den meisten Fällen teurer als eine Rollenwendung. Ein Punkt ist, dass die eingelegten Bruteier immer sicher gewendet werden, denn es kann nicht wie bei der Rollenwendung zum "Überrollen" der Eier kommen. Ausserdem kann sich bei der Rollenwendung auch schon mal ein Ei auf die "Spitze" stellen und wird somit nicht mehr richtig gewendet. Ausserdem bietet eine Kippwendung höhere Einlagekapazitäten als eine Rollenwendung, bei gleicher Baugrösse.
Es gibt ältere Brüter bei denen die Kippwendung als halbautomatische Wendung eingebaut wurde, d.h. das man in diesen Maschinen einen Hebel umlegen muss, um die Wendung durchzuführen. Bei den neueren Geräten übernimmt dies im Regelfall ein Motor.

 

4. Lüftung

Zum Lüften findet man bei den meisten Modellen entweder Lüftungsrosetten auf der Maschine oder an den Seiten. Man sollte diese nie ganz zudrehen, da die Küken sonst im Ei ersticken. Es empfiehlt sich eigentlich die Rosetten immer zumindest zur Hälfte geöffnet zu haben.

 

 

5. Fazit

Grundsätzlich kann man sagen, dass für den anspruchsvolleren Züchter ein Motorbrüter zu empfehlen ist. Natürlich sind diese auch für grössere Eiermengen zu erhalten. Zwar ist dies nicht immer eine Vorteil, da man ja oft gar nicht so viele befruchtete Eier hat, aber so ist man zumindest flexibel. Ausserdem ist die Bedienung und Handhabung eines Motorbrüters wesentlich bequemer und einfacher als bei einem Flächenbrüter. Dies bezieht sich allerdings nur auf die neueren Modelle der Hersteller. Von Geräten, die über 15 oder 20 Jahre alt sind kann man das natürlich nicht generell sagen. Obwohl diese auch meistens noch tadellos funktionieren. Somit sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Die Haltbarkeit eines schrankbrüters kann bei der entsprechenden Pflege locker bei 20 Jahren liegen. Wenn das kein Agrument ist weiss ich es auch nicht.

 

Motorbrüter

Das Bild zeigt einen Standardmotorbüter der
Firma J. Hemel-Brutgeräte.
Dieses Gerät ist mit einer digitalen Temperaturanzeige und mit vollautomatischer Wendung ausgestattet.




Computergesteuerter Motorbrüter

Bei diesem Gerät wird die Temperatur, Wendedauer, Abkühldauer, Abkühlrhytmus und die Feuchtigkeitsregulierung von einem Prozessor geregelt und digital mit roten Leuchtziffern angezeigt.

Die Bilder wurden uns freundlicherweise von der
Firma J. Hemel-Brutgeräte zur Verfügung gestellt.