Wie ich meine Schildkröteneier ausbrüte
 
 
In den ersten Jahren habe ich meine Eier offen bebrütet und konnte sehen, wie sich das Junge mit seinem Eizahn aus der Eischale herausarbeitet.  
Das kann einige Minuten oder einige Tage dauern. 
 
 
 Dann habe ich mir einen neuen Brutapparat gebastelt.
  
Dieser besteht aus einer isolierten Kühlbox. Man kann auch eine einfache Kunststoffbox nehmen, die man zusätzlich mit Styroporplatten verkleidet. Die Eier vergrabe ich im Substrat. Das hat den Vorteil, dass die Eier keine Risse bekommen und die Schlüpflinge ohne Eidotter am Bauch an der Oberfläche auftauchen. Mit dem Wasservolumen und der Heizdauer (Ein- und Ausschaltzeit des Heizstabes mit einer einfachen Schaltuhr) kann ich die gewünschte tägliche Temperaturabsenkung regulieren. 
 
Wer die Eier nicht ganz vergraben will, muss über der schwimmenden Box einen schräg gestellten "Tropfschutz" anbringen, damit das Kondenswasser nicht auf die ungeschützten Eier tropft. 

 
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Bild 1 (links oben) 
unbefruchtetes Ei, zwei Tage nach der Eiablage 
 
 
 
 Bild 2 (links unten) 
unbefruchtetes Ei, nach vier Wochen Inkubationsdauer
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Bild 3 (rechts oben)     
befruchtetes Ei nach zwei Tagen. Der Fleck ist deutlich sichtbar und breitet sich in den folgenden Tagen immer weiter aus.     

Bild 4 (rechts unten)     
befruchtetes Ei nach drei Wochen Inkubationsdauer. Deutlich sind die Blutgefässe zu erkennen.

Bild aus dem Buch "Inkubation von Reptilieneiern"
von Gunther Köhler

Skizze aus dem Buch "Inkubation von Reptilieneiern"
von Gunther Köhler

Bild aus dem Buch "Inkubation von Reptilieneiern"
von Gunther Köhler
 
 
Hier sehen Sie ein vor wenigen Minuten geschlüpftes Junges. Deutlich ist die Bauchfalte zu sehen.  
Die Jungen Landschildkröten liegen leicht gefaltet quer im Ei. Die Breite des Panzers entspricht somit der Länge des Eies. Sobald sie sich etwas gestreckt haben, sind sie länger als das Ei. Der Nabel ist bereits geschlossen und es ist kein Dottersack mehr vorhanden.  
Deutlich sind die langen scharfen Krallen zu erkennen, mit denen sich das Junge energisch durch das Substrat an die Oberfläche emporarbeitet.
Diese frischgeschlüpfte Maurische Landschildkröte habe ich für Manfred Giesinger ausgebrütet.  
Brutzeit: 70 Tage 
Gewicht: 10.4 Gramm 
Panzerlänge: 33 mm
 
 
Bruttemperaturen
 
 Zuerst zeige ich Ihnen ein Diagramm, das die Temperaturen im Habitat zeigt.Ich habe versucht, diese beträchtlichen täglichen Temperaturschwankungen ebenfalls zu realisieren. Was mir auch gelungen ist, wie das folgende Diagramm zeigt. Die erstaunlich lange Brutzeit von fast 100 Tagen kommt sicher daher, dass die Tiere in der Natur erst nach einer Regenperiode Anfang September an die Oberfläche kommen.
Die Temperaturen sind merklich weniger heiss und die Erde weniger hart.   
Hier ein Temperatur-Diagramm aus Griechenland
Von Bernd Pitzer am 1. und 2. Juli 2000 in Platamonas, Griechenland, gemessene Bruttemperaturen.
Copyright by Bernd Pitzer.  
Eines meiner eigenen Temperaturdiagramme
 
Dauer 3 Monate. Eine nächtliche Temperaturabsenkung im Mittel von 12° C
(Eine Temperaturabsenkung von nur 2 oder 3 Grad ist keine Absenkung.)
 
 
 
Dieses Bild zeigt deutlich, wie der Embryo auf dem Eidotter schwimmt.   
Das ist auch der Grund, warum man Schildkröteneier nicht umdrehen darf, weil sonst der Embryo vom eigenen Dotter erdrückt wird.  
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(Die Eier wurden geöffnet, um die Übertragung des Herpes-Virus im Ei zu erforschen.)  
Foto Robert Lingwood 
 
 

Autor: Wilf Diethelm

Meine Schildkröten

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