Kunstbrut bei Straußen (Zimbabwe Blau-Hals)




Am 21. September 2002 haben wir die Straussenfarm der Familie Kleigrewe in Herzebrock-Clarholz besucht. Dort werden seit dem Jahr 2001 Zimbabwe-Blauhals-Straußen gezüchtet. Wir hatten das große Glück und konnten eine Henne bei der Naturbrut mit einem Gelege von 12 Eiern bewundern. Leider ist die Erfolgsquote bei der Naturbrut nicht besonders gut (ca. 6 %) und deshalb ist man zwingend auf die Kunstbrut angewiesen.

Auf dem Bild sehen Sie eines der 2 Zuchtrios
auf der Blue-Neck-Straussenfarm
Eine Henne bei der Naturbrut, das Gelege besteht aus 12 Eiern.
Die Eier haben ein Gewicht von 1500 bis 1700 g
Wir hatten das Glück, daß die Henne gerade aufstand
als wir die Bilder machten.
Eine Henne legt pro Brutsaison von März bis August ca. 50 Eier !!


Wenn alle Bedingungen stimmen, das richtige Futter spielt z.B. eine sehr wichtige Rolle, dann sind ca. 85 % der Eier befruchtet und die Schlupfquote sollte dann bei ca. 65-70 % von den befruchteten Eiern liegen.
Herr Kleigrewe forscht intensiv an der richtigen Zusammensetzung des Futters und verzeichnet inzwischen sehr gute Erfolge bei der Aufzucht seiner Straussen. Inzwischen interessiert sich auch die Bundesforschungsanstalt für diese Erfahrungen und hat die Straussenfarm in eine Untersuchungsstudie aufgenommnen.

Ablauf der Kunstbrut

Die Eier werden frühestens 30 Minunten nach dem Legen aus dem Gehege entnommen, damit die Kutikula (Schutzschicht) antrocknen kann. Danach werden die Eier gereinigt, desinfiziert und gewogen (durschnittliches Gewicht 1600 g).

Die Lagerung der Eier erfolgt bei 12° bis 18 °C und sollte nicht länger als 10 Tage dauern, da ansonsten die Schlupfrate extrem sinkt. Die Eier müssen täglich gewendet werden.

Vor dem Einlegen in den Brutschrank, werden die Eier mit einer Taschenlampe durchleuchtet und die Luftkammer angezeichnet. Straußeneier werden mit der Luftkammer nach oben stehend bebrütet, dadurch werden Fehllagen verringert.

Die Temperatur im Brutschrank beträgt 36,4 C° und die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst zwischen 20 % bis 25 % betragen. Die Eier werden auf ca. 14 % Gewichtsabnahme gebrütet. Im Brutschrank werden die Eier 8 mal am Tag automatisch gewendet, um eine gute Versorgung des Embryos zu gewährleisten.

Alle 10 Tage sollten die Eier geschiert und gewogen werden, damit unbefruchtete und abgestorbene Eier aus der Brutmaschine entfernt werden können.

Am 39. Tag werden die Eier in je einen Korb in den Schlupfschrank gelegt und die Temperatur wird auf auf 36°C gesenkt, weil beim Schlupf der Küken eigenwärme entsteht.

Der Schlupf ist um den 42. Tag und das Küken durchbricht dabei die Eihaut und gelangt so mit dem Schnabel in die Luftkammer. Es hat nun 24 Stunden Zeit die Schale mit den Nacken- und Beinmuskeln zu sprengen. Straußen haben keinen Eizahn und sind auf ihre Muskelkraft angewiesen. Nach dem Schlupf bleibt das Küken zum Abtroknen noch einige Zeit im Schlupfschrank. Die Küken sind ca. 30 cm groß!!!



Für eine gute Erfolgsquote bei der Kunstbrut, ist es wichtig, daß die Eier im Brutschrank möglichst konstanten Bedingungen unterliegen. Aus diesem Grunde hat Herr Kleigrewe eine Brutmaschine mit einem Paternoster-System entwickelt. Bei diesem System werden die Eier wie im Kreisverkehr in der Brutmaschine spazieren gefahren und jeweils 3 Stunden 45° zur einen Seite und zur anderen Seite geneigt. Dadurch wird jedes Ei gleichmäßig bebrütet.

Wer sich für weitere Einzelheiten zur künstlichen Brut bei Straußen interessiert darf sich gerne über die Homepage der Blue-Neck-Straussenfarm an Monika und Norbert Kleigrewe wenden.

Quelle: Monika und Norbert Kleigrewe

Blue-Neck-Straussenfarm

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